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Umweltdaten aus Deutschland

Angaben vom Umweltbundesamt

An dieser Stelle sind Verweise auf Angebote des Umweltbundesamtes aufgeführt! Die externen Seiten enthalten neueste Umweltdaten!

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BNE/Info - Internetseiten

Umweltinfos aus dem Netz

Hier finden Sie Verweise auf div. externe Internetseiten! Die Angebote enthalten unterschiedlichste Anregungen für die Bildung zur nachhaltigen Entwicklung oder vielfältige Infos zur Umwelt!

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Pflanzen für Naturgärten

Pflanzen zur Stärkung der Vielfalt

In Naturgärten sollen vor allem Pflanzen wachsen, die als Nahrungsquellen für Wildtiere in Frage kommen oder Tieren einen Lebensraum bieten. Pflanzen die viel Nektar und Blütenpollen erzeugen (Trachtpflanzen), stellen eine besonders gute Weide für Insekten dar. Ferner sind die Früchte vielfältigster Pflanzen eine wichtige Nahrungsquelle für die heimische Tierwelt. Manchmal stellt sogar die Pflanze selbst die entscheidende Nahrungsgrundlage dar. So sind beispielsweise manche Raupenarten auf spezielle Pflanzen angewiesen. Lassen Sie der Natur im Garten ihren Lauf und nutzen Sie heimische Wildpflanzen. Züchtungen, die keine Pollen- oder Nektarangebote haben, sind zu meiden. Gleichfalls haben Exoten im Garten keine Existenzberechtigung. Zur Stärkung der biologischen Vielfalt bieten sich die Pflanzen der nachfolgenden Tabelle an!

Winterling, Schneeglöckchen, Krokus Maibeere/Kamtschatka-Heckenkirsche
(Lonicera caerulea var. kamtschatica)
Eberesche (Sorbus aucuparia)
Küchenschelle, Sonnenröschen, Färberkamille Forsythie (Forsythia suspensa) Eingriffeliger Weißdorn (Crataegus monogyna)
Margerite, Natternkopf, Klee, Sonnenblume Flieder (Syringa vulgaris) Zweigriffeliger Weißdorn (Crataegus oxyacantha)
Mohnblume, Ringelblume, Akelei, Lupine, Wild-Aster Maulbeere (Morus) Apfel (Discovery + Cox Orange)
Ysop, Lavendel, Salbei Wilde Rote Johannisbeere (Ribes rubrum) Haselnuss (Corylus avellana)
Basilikum, Estragon, Kapuzinerkresse Wildbrombeere (Rubus spec.) Gemeine Traubenkirsche (Prunus padus)
Majoran, Minze, Oregano, Rosmarin Schwarzer Holunder (Sambucus nigra) Wildapfel (Malus silvestris)
Schnittlauch, Thymian, Zitronenmelisse Gewöhnlicher Schneeball (Viburnum opulus),
Wolliger Schneeball (Viburnum lantana)
Wildbirne (Pyrus pyraster)
Fenchel, Echter Haarstrang, Wermut Kornelkirsche (Cornus mas) Sal-Weide (Salix caprea)
Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria) Gemeiner Liguster (Ligustrum vulgare) Stieleiche (Quercus robur,
Quercus pedunculata)
Karthäusernelke (Dianthus carthusianorum) Feuerdorn (Pyracantha) Rosskastanie (Aesculus hippocastanum)
Knollige Kratzdistel (Cirsium tuberosum) Weigelie (Weigela) Sommer-Linde (Tilia platyphyllos,
Tilia grandifolia)
Heilwurz (Seseli libanotis) Stacheldrahtrose (Rosa omeiensis var. pteracantha) Süßkirsche (Prunus avium)
Gewöhnliches Leinkraut (Linaria vulgaris) Hundsrose (Rosa canina) Pflaume / Zwetschge / Reneclaude
(Prunus domestica)
Pyramiden-Günsel (Ajuga pyramidalis) Schlehe (Prunus spinosa) Kulturbirne (Pyrus communis)

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Boden-/Flächenverbrauch

Angriffe auf die Erde

Unser Boden, der in schier endlos langen Zeiträumen entstanden ist, wird heute systematisch zerstört/verbraucht. Andauernd neue Flächennutzungen für Bebauungen, Verkehrsbereiche und sonstige Ansiedlungen vernichten fruchtbare, lebendige Ackerböden sowie Grünflächen in extremen Größenordnungen. Der enorme Flächenverbrauch verursacht erhebliche Umweltprobleme und ist völlig inakzeptabel.

Einige Menschen kennen den Boden einfach nur als Dreck unter den Füßen, der festgetreten oder besser noch befestigt und wenn das nicht geht, zumindest kurzgeschoren sein sollte. Als Lebensraum findet er oft nicht die ihm gebührende Beachtung. Der Boden ist jedoch die Grundlage für das vielfältige Leben von Pflanzen, Tieren und Menschen. Als Lebensraum für Flora und Fauna ist natürlicher Boden von unschätzbarem Wert, insbesondere zur Fortpflanzung oder zur Nahrungssuche ist er für den Fortbestand vieler Arten völlig unersetzlich. Auch die wirtschaftlichen Nutzungsmöglichkeiten sind reichhaltig. Neben der Nahrungs- und Rohstoffwirtschaft erfüllen Böden gleichfalls wichtige Filter-, Speicher- und Abbaufunktionen im Wasserkreislauf. Die Bodennutzung hat obendrein entscheidenden Einfluss auf unsere klimatischen Bedingungen.

Nicht nur manchen Bürgern fehlt es am Bodenverständnis, auch in den Ämtern gibt es Sensibilitätsdefizite. Klimawandel, der Verlust der Biodiversität, Überbevölkerung und andere Problemfelder erfordern jedoch dringend ein wirkliches Umdenken bzw. die sofortige Umstellung auf Nachhaltigkeit. Derzeit sind wir bei der Flächennutzung noch weit davon entfernt.
Der Flächenverbrauch ist ein Grundproblem und aktuell die Ursache für viele Fehlentwicklungen in unserer Gesellschaft. Symptomatisch werden durch politische Interessenvertreter die Zersiedlung, Versieglung oder Zerschneidung als Todesurteile für unseren wertvollsten Boden vorangetrieben und damit der endgültige Verbrauch natürlicher Flächen besiegelt. Mit dem andauernden Flächenverbrauch verschärfen sich viele Probleme immer weiter.

Durch die Beseitigung landesweiter Ackerflächen, steigt die Abhängigkeit von Lebensmittelimporten, mit all den bekannten Risiken (Qualität/Verfügbarkeit/Preis). Im wahrsten Sinne des Wortes gehen landschaftliche Freiräume verloren. Damit verbunden sind völlige Umgestaltungen bisher vorhandener Ökosysteme für Menschen, Tiere und Pflanzen. Erholung, Ruhe und Entspannungsmöglichkeiten werden genauso geopfert, wie angestammte Lebensräume. Mit der Bebauung geht nicht einfach nur der bisherige natürliche Lebensraum an einer Stelle verloren. Bebauungen trennen zusammenhängende Flächen und sperren notwendige Wanderungskorridore der Tiere. Damit wird die Vielfalt zusätzlich beeinträchtigt.
Die mit den Bebauungen verbundenen umfangreichen Flächenversiegelungen unterbrechen auch die lebensnotwendige Verbindung des Bodens mit der Oberfläche und töten damit alles Leben im überbauten Boden. Bei der Überbauung gehen die Speicher-, Filter und Abbaufunktionen (Schadstoffabbau) des Bodens verloren.

Über Bauwerken und Verkehrsflächen erwärmt sich die Luft stärker als über Grün- und Ackerflächen. Sommerlicher Hitze und negative Einflüsse auf das Klima sind die bekannten Folgen. Dagegen kühlt sich im Sommer die Luft über Grün- und Ackerflächen ab. Für das Klima in Innenstädten sind Kaltluftentstehungsgebiete bzw. natürliche Flächen besonders wertvoll.

Durch Bauwerke verringert sich auch der natürliche Luftaustausch und vorhandene Frischluftschneisen können unterbrochen werden. So fehlt nicht nur kühle Luft im Sommer, sondern außerdem Frischluft, die eine steigende Luft-Schadstoffbelastung verhindern könnte. Gerade die Schadstoffbelastung ist ein Gradmesser der Wohnqualität.

Bebauungen beeinflussen auch die Wasserbewegung im Boden. Unterirdische Bauwerke unterbrechen natürliche Wasseradern, damit sind Gefahren für den Wasserhaushalt verbunden.
Von den Versieglungen ist besonders auch das Oberflächenwasser betroffen. Oberflächenwasser läuft von versiegelten Flächen viel zu schnell ab, Versickerungen in den Boden sind nicht mehr möglich, das führt zu Hochwassergefahren. Im Gegenzug fehlt dem Grundwasser diese schnell abfließende Menge und der Grundwasserspiegel sinkt, Quellen und Bäche trocknen aus. Damit sind weitere negative Folgen für den Lebensraum von Pflanzen und Tieren verbunden.

Durch Überflutungen können sogar Trinkwasserversorgungsanlagen zu einer Gefahr für Menschen, auch außerhalb des Überflutungsbereichs, werden. Giftige, fäkalienhaltige Abwässer gelangen unter Umständen in das Trinkwassernetz und bringen dadurch schädliche Stoffe in die Nahrungskette.
Um Wasserprobleme zu verhindern, müssen Flüsse und Bäche bzw. die natürlichen Landschaften mehr Raum bekommen. Keinesfalls dürfen jedoch natürliche Rückhaltebereiche bebaut werden.
Um die Versickerung und die Wasserrückhaltung im Boden großflächig zu gewährleisten, müssen Versieglungen rückgängig gemacht werden. Anstatt der schnellen Ableitungen sind neue Versickerungsmöglichkeiten zu schaffen.

Die Konzentration der Bevölkerung in Ballungszentren ist für die Flächenentwicklung heikel, es kommt zur Überlastung und zu immer neuem Flächenverbrauch. Ebenso kämpfen die Gebiete mit Bevölkerungsrückgang mit gewaltigen Schwierigkeiten, hier vergrößern sich die Brachflächen. Mit einer optimalen Bevölkerungsverteilung und Kontrolle der Bevölkerungsentwicklung (Geburtenkontrolle) kann die weitere Flächeninanspruchnahme nachhaltig gestaltet und der Flächenverbrauch gestoppt werden. Der fortlaufende Flächenverbrauch in den Ballungsgebieten ist absurd, wenn man die Steigerungen bei brachliegenden Flächen im ländlichen Raum betrachtet.

Immer mehr Landschaften sind vom Flächenverbrauch betroffen. Durch Zersiedlung [1], Versieglung [2] und Zerschneidung [3] (siehe Link) gehen große zusammenhängende Grün- und Ackerflächen sowie der Verbund von Biotopen für immer verloren. Die verbleibenden Naturinseln sind oftmals viel zu klein, um das Überleben von Arten zu sichern. Gerade zusammenhängende Grün- und Ackerflächen haben umfassende Raumfunktionen für alle Lebewesen. Durch den anhaltenden Flächenverbrauch findet eine regelrechte Entwertung unserer natürlichen Umwelt statt. Mit dem Verbrauch natürlicher Flächen gehen die Grundlagen für die Nahrungsproduktion und die biologische Vielfalt für immer verloren. Gleichzeitig verschärfen sich dabei die klimatischen Bedingungen und die Hochwassergefahren werden unkalkulierbar.

Unser Boden ist keine unendliche Ressource, trotzdem geht der Flächenverbrauch weiter. In absehbarer Zeit gibt es bei uns wahrscheinlich keine Flächen mehr, die für landwirtschaftliche Zwecke, naturnahe Erholung oder für den Erhalt der biologischen Vielfalt geeignet sind und dem Klimawandel entgegenwirken.

Großflächeninitiativen bzw. Fördermittel ermöglichen es Landkreisen und Kommunen verstärkt Flächen durch Vermarktung zu verbrauchen. Dort wo früher wertvollste Feldfrüchte auf besten Böden angebaut wurden, erstrecken sich heute umfangreiche Wohngebiete oder Industrie-, Gewerbe- und Verkehrsflächen. Selbst die ausgedehnten Verkehrsflächen sind einer fragwürdigen Politik geschuldet, offensichtlich fehlen nachhaltige Entwicklungskonzepte.

Früher war der Flächenverbrauch vor allem die Folge der Bevölkerungszunahme, heute stehen Finanzinteressen im Vordergrund. Angebots- und Nachfrageaspekte haben entscheidenden Einfluss auf den Bodenverbrauch. Politische Vorgaben, auf Grundlage verstärkter Lobbyarbeit, sind eine folgenschwere Ursache für effektive Verbrauchsmöglichkeiten. Auch förderpolitische Anreize, vor dem Hintergrund der Gemeindefinanzierung, beeinflussen den Flächenverbrauch. Steuereinnahmen lassen ein Gewerbegebiet in der eigenen Gemeinde sinnvoll erscheinen, selbst wenn das Gebiet in der Nachbargemeinde nicht mal ansatzweise ausgelastet ist. Wirtschaftliche Interessen verhindern auch die Nutzung von Brachflächen, denn Ackerflächen lassen sich günstiger vermarkten.

Die Sorgen der Menschen vor Ort haben gegen die finanziellen Vorteile von Bebauungsgebieten leider kaum eine Chance. Auch wenn unsere Gesellschaft bereits jetzt ihren Lebensraum unverhältnismäßig hoch beansprucht, so wird von den verantwortlichen Politikern weiterhin die Predigt vom erforderlichen Wirtschaftswachstum proklamiert. Die mit dem Flächenverbrauch verbundenen Profitgeschäfte und schnellen Einnahmequellen können zwar politische Fehlkalkulationen und Haushaltsdefizite für kurze Zeit ausgleichen, sie stellen aber keine echte Lebensgrundlage dar. Denn der nachhaltige Wert des Bodens liegt in seiner Natürlichkeit!

Fruchtbare Böden sind unser natürliches Kulturgut, das für kommende Generationen erhalten werden muss. Der Flächenverbrauch ist dringend zu stoppen! Mit einer einseitigen rein wirtschaftsorientierten Sofortverwertung des Bodens, werden nicht nur Flora und Fauna zerstört, sondern auch sämtliche ökologische Faktoren des Bodens liquidiert. Deshalb sollte sich jeder dafür einsetzen, dass unser Landschaftsbild und die kulturhistorisch gewachsenen Grün- und Ackerflächen vor der endgültigen Zerstörung bewahrt bleiben.

Link zum Umweltbundesamt: [Informationen zum sparsamen Flächenumgang]

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